TextTäter ist ein Bildungsformat, das einen kriminalpräventiven und ganzheitlichen Ansatz verfolgt.

 

Ausgehend von der Annahme Jeder kann schreiben wurden zwischen 2014 und 2020 Schreibwerkstätten durchgeführt. Zur Zielgruppe gehörten Jugendliche, Heranwachsende und Erwachsene, wobei Bildungsstand und soziale Herkunft keine Rolle spielten. Die Werkstätten fanden in Bildungs-, Justiz- und Privateinrichtungen statt und resultierten mitunter in biografischen Aufzeichnungen, Gedichten und Kurzgeschichten. Die Ergebnisse werden mit ausdrücklicher Erlaubnis und Bitte der AutorInnen öffentlich zugänglich gemacht.

 

Die Zugänglichmachung erfolgt auf Lesungen und Leseveranstaltungen, welche automatisch einen präventiven Charakter erhalten: Im Rahmen eines anschaulichen Vortrags von den Lebensgeschichten der Teilnehmer lernen.

Die Zuhörer setzen sich mit den Themen Strafe und Schuld auseinander, schärfen ihr Rechtsbewusstsein und machen sich mit Rechten und Pflichten vertraut.

 

Mit den Büchern werden die gleichnamigen Werkstatt-Angebote und Lesungsreihen von und mit Herausgeber Ronny Ritze abgeschlossen. Die Sammlungen geben Einblick in die Projekte sowie in die Vortragsveranstaltungen und liefern Textbeispiele von Jugendlichen und Erwachsenen in Krisensituationen, ehemaligen Strafgefangenen und Angehörigen.

 

Dabei werden kriminelle Handlungen nicht verherrlicht. Die Opfer werden nicht ausgeblendet oder in den Hintergrund gerückt. Das Projekt dient nicht der Zurschaustellung benachteiligter Menschen und auch nicht einer Verbreitung von Angst. Weiterhin werden keine politischen Ziele verfolgt oder bedient. Alle Arbeiten an diesem Projekt sind frei von staatlichen, halbstaatlichen oder privaten Einflussnahmen. Es handelt sich zudem nicht ausschließlich um Straftäter oder ehemalige Straftäter.

 

Alle personenbezogenen Daten wurden anonymisiert und Querverbindungen so weit unkenntlich gemacht, dass Rückschlüsse auf beteiligte Personen nicht möglich sind. Sollten dennoch Ähnlichkeiten mit lebenden Personen auftreten, so sind diese nicht beabsichtigt.

 

Einige Geschichten, die zur Darstellung der Auswirkungen dissozialer Handlungen dargeboten werden, sind fiktional und wurden durch reale Strafakten inspiriert. So handelt es sich bei den Biografien, die nicht lesend, sondern frei und künstlerisch vorgetragen werden, um Geschichten aus der Feder von Ronny Ritze. Verschiedene Lebensläufe werden dabei zu einer einzigen literarischen Erzählung, um das Leben vor und während der Haft darzustellen.

 

Die Texte, die von Strafgefangenen und Angehörigen verfasst wurden, sind in den Büchern ausdrücklich gekennzeichnet und werden auf Lesungen nicht theatralisch, sondern immer lesend vorgetragen.

 

Dieses Projekt und seine gesamten Inhalte sind urheberrechtlich geschützt.

 

Die Publikation war für drei Ausgaben konzipiert, schließt allerdings mit der Veröffentlichung von TextTäter II "Therapie oder Tod" vollständig ab.

"Es ist besser, den Verbrechen vorzubeugen, als sie zu bestrafen. Dies ist der Hauptzweck jeder guten Gesetzgebung, die in der Kunst besteht, die Menschen zum höchsten Glück und zum geringsten Unglück zu führen und, sozusagen, alles Gute und Böse dieses Lebens zu berechnen. Die dabei angewandten Mittel sind aber meist falsch und dem beabsichtigten Ziele gerade entgegengesetzt."

Cesare Beccaria