Der Betrug (Daniel, 15)

Ich bin geborener B. Ich war 13 Jahre jung, ich habe versucht Amazon zu betrügen. Ich sah mir viele Videos an, bis ich eins gefunden habe. Es war ein Video, bei dem eine Kreditkartennummer eingefügt war. Ich habe mir dieses Video gedownloadet in HD. Als es fertig war, habe ich mir die Kreditkartennummer rausgeschrieben und noch am selben Tag versucht. Ich bestellte ein iPhone X für 1.600 Euro. Doch zwei Minuten später bekam ich eine E-Mail. Da stand, dass alle bestehenden Bestellungen storniert wurden und mein Amazon-Konto wurde auch gesperrt. Ich bestellte trotzdem weiter, wie zum Beispiel Laptops, Hoverboards, Handys, Schuhe und andere Dinge. Wir, Tom, Pascal, Leon, Felix und ich. Mit dem, was wir bestellt haben, sind wir auf eine Summe von 12.300 Euro gekommen. Das gab dann noch mächtig Ärger. Zur Polizei muss ich auch noch. Wenn ich gut wegkomme, muss ich den Geschädigten irgendwie helfen, mit der Jugendgerichtshilfe.

Nachdem ich aus der Lesung kam, sah ich mich schon hinter indischen Gardinen. Ronny Ritze erzählte uns Geschichten von Leuten, Jugend hinter Gittern.

Alexander Terboven (Tatwaffe) zum Thema Gangster

Ganz ehrlich: In Zeiten von Facebook sind die Möglichkeiten da, zumindest den Versuch zu starten, den Rapper, den man mag, anzuschreiben und mit ihm ins Gespräch zu kommen oder zumindest eine kurze Antwort von ihm zu kriegen. Wenn du wirklich mit dem Feuer spielst, eine Dummheit planst, schreib doch mal deinem Rapper, was er davon hält…! Achtzig Prozent werden zurückschreiben, wie sie es sehen, was natürlich auch zwei Monate dauern kann: Lass den Scheiß, sei doch nicht so dumm. Was natürlich wieder eine Diskrepanz zwischen den Inhalten der Platte und dem Menschen darstellt, der sein Brot damit verdienen muss, der Konsequenzen selbst von sich oder von Freunden kennt. Ich würde es dennoch und deshalb versuchen. Und wenn das nicht klappt, dann ist wahrscheinlich ein guter Tipp, dass man mal im Knast vorbeischaut und dort zwei bis drei Leuten zuhört. Das gibt es generell viel zu wenig, dass man Kriminelle jeder Altersklasse mal mit Schulklassen zusammenbringt…

Schicksal (Lena, 14)

(...)Mein Erzeuger hat meine Familie sehr enttäuscht, hat uns geschlagen, bedroht und wollte meine Mum umbringen. Ich musste bei allem zusehen, was er getan hatte. Er ist seit vier Jahren nicht mehr bei uns, ein Glück. Diese ganze Geschichte hat sich ziemlich in meinem Kopf festgesetzt. Nicht nur das Schulleben läuft scheiße, sondern auch  mein Privatleben, zu Hause. Man setzt sich mit mehreren Konflikten und Schwierigkeiten auseinander, denkt an früher, bis man irgendwann nicht mehr mit sich selbst klarkommt. Man hat nicht einen, nicht zwei und auch nicht drei Gedanken im Kopf. Man hat eine unendliche Anzahl an Gedanken im Kopf, man kann sich nicht konzentrieren, ist depressiv, weiß einfach nicht mehr weiter. Ich kann nächtelang nicht schlafen, früher griff ich zur Klinge, doch heute weiß ich, dass es ein Fehler war.

 

„Treffe keine riskanten Entscheidungen, wenn du depressiv bist, du könntest es hinterher bereuen.“

 

Um mich abzulenken, bin ich oft draußen mit Freunden, bloß nicht zu Hause. Zuhause fließen die Gedanken in meinen Kopf ohne Pause, dunkle, schlimme Gedanken.

 

Es gibt einen Jungen, er ist mir verdammt wichtig, er wohnt in der Kleinstadt, dort wo auch die Schule ist, zu der ich gehe. Ich brauche ihn, ich brauche ihn sogar mehr als ich gedacht hätte. Man spielt mit ihm, mit der Seele eines Mannes, der das Herz eines Löwen trägt! Und alles, was bleibt, ist dass sich vieles verändert, denn Schmerz wird viel schneller. Immer wenn er kalt war zu mir, ging ich am Waldrand spazieren, um die Angst zu verlieren. Wir waren beide derselben Meinung, meinten dass wir´s beide nicht schaffen, waren ignorant, haben uns niemals geschrieben. Doch wenn er zu mir kam, war er so süß zu mir, er meinte, ich sei ihm wichtig. Ich habe mich in ihn verliebt, er ist mein Ein und Alles, mein Halt. Eines Tages schrieb ich ihm, ob wir irgendwann zusammenkommen würden und ob er Gefühle für mich hätte. Seine Antwort war: „Du bist mir sehr wichtig! Das Schicksal wird entscheiden, ob wir zusammenkommen, oder nicht!